Bericht des Zuchtwartes für Groß- und Wassergeflügel für das Zuchtjahr 2014

Ein durchwachsenes Zuchtjahr 2014. Durch den späten Frost kam es zu einer 2-3 wöchigen Verspätung des Zuchtbeginns. Dann die Problematik der wieder aufgetretenen Vogelgrippe, die fast zum Ausfall der Nationalen in Leipzig führte. Unter der Auflage, dass das ganze Wassergeflügel, auch das Wasserziergeflügel, in einer Halle untergebracht wird und durch eine kurfristig zu installierende Trennwand, von dem restlichen Geflügel der Schau separiert werden kann, konnte die Schau doch stattfinden.

Am 22.12.2014 trat dann die Geflügelverbringungsbeschränkungs-verordnung für Enten und Gänse in Kraft, wodurch nur noch Tiere verbracht werden dürfen, die innerhalb der letzten 7 Tage virologisch mit negativem Befund untersucht worden sind. Dies hatte zur Folge, dass praktisch kein Wassergeflügel mehr auf den noch anstehenden Schauen ausgestellt wurde. Selbst ein Großteil der Ziergeflügelschauen wurde daraufhin abgesagt.

Am 18.01.2015 trat dann die erleichternde Änderung dieser Verordnung in Kraft, wodurch die Sentinelhaltung anerkannt wurde und Eintagsküken von der Verordnung ausgenommen wurden. Für unsere Schauen kam dies aber zu spät.

Erfreulicherweise fand im abgelaufenen Zuchtjahr wieder eine Landesverbandsschau statt. Mit 83 Nummern Groß- und Wassergeflügel eine zufriedenstellende Zahl an Tieren. Erfreulicherweise wurden in der Jugendabteilung 49 Tiere ausgestellt. Bis auf die Perlhühner waren alle Gattungen unseres Groß- und Wassergeflügels zur Schau gestellt. Bei den Senioren war aber die Meldezahl mit 34 Tieren, im Vergleich zu den Vorjahren, etwas enttäuschend.

 

Landesschau Rohrbach:

1,1 Afrikanische Höckergänse weiss. Der Ganter sollte als Alttier eine ausgeprägtere Doppelwamme zeigen und bei der Gans sollte der Wammenauslauf mittiger sitzen. Für Alttiere dürften beide etwas mehr Körper zeigen, sowie reiner im Gefieder sein. Kopfpunkte mit Höckerbildung und Kehlwamme waren ansprechend.

2,2 Russische Gänse grau, gefielen im Körpervolumen Kopfpunkten und dem geforderten leichten Blauton. Dennoch sollte die Grundfarbe weniger ins braun tendieren und auf korrekten Wammenauslauf ist zu achten. Hv 96 für Friedbert Kleer.

2,2 Deutsche Pekingenten: Größe, Haltung, Gelbpigment sowie Backenbildung gefielen. Die Frisur sollte jedoch mehr auf den Nacken begrenzt und die Locken bei den Erpeln ausgereifter sein.

3,7 Laufenten forellenfarbig: eine sehr durchwachsene Kollektion. Die Erpel zeigten ein verklebtes Augenumfeld, sowie reichlich raues Halsgefieder. Die Enten zeigten sich sehr unausgeglichen in der Farbe und Zeichnung und tendierten zu einem zu starken Spiegelvorsaum. Stand, Haltung und Keilkopf gefielen.

4,4 Hochbrutflugenten blau-wildfarbig mit Latz: eine ausgeglichene Kollektion in Bootsform, Schnabellänge, gezogenen Köpfen und markanter Hufeisenzeichnung bei den Enten. Teilweise dürften die Erpel etwas abgegerenzter im Latz sein. 2 x v 97 für Stefan Ziegler.

5,1 Zwergenten weiß: gefielen durch ihre Größe und Backenbildung. Dennoch sollten sie gerundeter im Körper sowie reiner in der Schnabelfarbe sein und teilweise mehr Stirn zeigen. Die 0,1 hätte im Rücken abgedeckter sein können. Hv 96 ZG Kleer/Biehl

 

Jugendabteilung

1,1 Deutsche Puten Cröllwitzer: ansprechender Landputentyp in der richtigen Größe und ausgeprägten Kopfpunkten. Der Hahn sollte reiner in der Oberhalsfarbe und markanter in der Bindenzeichnung im kleinen Rad sein. Die Henne dürfte klarer in der Brustschuppung und die Flügeldecken reiner weiß sein. Beide Tiere trugen einen Seniorenring und erhielten somit „falsche Klasse“.

1,2 Pommerngänse graugescheckt: zeigten eine ansprechende Eiform, Herzscheckung, Einfachwamme und gute Köpfe. Die 0,2 dürften doch etwas mehr Körpermasse zeigen und 1,1 abgegrenzter in der Halszeichnung sein. Hv 96 für Kira-Jane Ziegler.

2,2 Steinbacher Kampfgänse blau: gefielen in der Form, aufgerichtetn Haltung, kurzen und substanzvollen Schnäbeln sowie ausgeprägten Gebissleisten. Ein Ganter dürfte etwas mehr Schulterbreite zeigen. V 97 für Erik Ziegler.

1,4 Sachsenenten blau-gelb: der Erpel sollte reiner blau in der Kopffarbe und die Schnabelbohne nicht mehr dunkler sein. Er zeigte einen glatten Spiegel und eine ausgeprägte Brustzeichnung. 0,3 zeigten einen rauen Spiegel, sollten fester in der Halsfeder und deutlicher im Augenstrich sein, wobei sie formlich und größenmäßig zu gefallen wussten. Eine Ente war aber deutlich zu schwach im Körper. Seltsamerweise trugen 3 Tiere einen Seniorenring und 2 einen Jugenring, wobei es sich um einen Aussteller handelte. Die Tiere mit Seniorenring erhielten nach AAB „falsche Klasse“.

6,7 Laufenten forellenfarbig: Das genaue Gegenteil zur Kollektion in der Seniorenklasse. Während dort die Tier formlich überzeugen konnten, kam es hier zu einem Totalausfall. Dafür zeigten die Tiere in der Jugend eine prima Grundfarbe, Zeichnung und den geforderten Silberanteil im Bürzel der Enten. Lediglich der Blauanteil im Spiegel war viel zu gering. Die Tiere standen zu tief und zu wenig aufgerichtet, zeigten teilweise schon runde Köpfe und kielige Unterlinien. Ein Erpel zeigte einen deformierten Schnabel.

 

3,1 Laufenten weiß: zum Schauzeitpunkt zeigte die Ente eine schlechte Schwingenhaltung und dürfte deutlich reiner im weiß sein. Der Keilkopf gefiel.

3,2 Hochbrutflugenten wildfarbig: ein Erpel dürfte etwas voller in der Unterlinie sein, ansonsten ausgeprägte Bootsformen mit entsprechender Rumpflänge, gezogene Köpfe, lange Schnäbel und gute Spiegel. Die beiden Enten sollten jedoch klarer in der Hufeisenzeichnung sein. V 97 für Kira-Jane Ziegler.

3,2 Hochbrutflugenten blau-dunkelwildfarbig: hier hatte ich den Eindruck, dass der Preisrichter mit diesem neu anerkannten und von anderen Entenrassen her noch unbekannten Farbenschlag überfordert war. Sie zeigten eine prima Bootsform, gezogene Köpfe und lange Schnäbel. Ein Erpel dürfte klarer in der Brustzeichnung sein und eine Ente dunkler in der Spiegeleinfassung. Eine mustergültige Ente wurde leider nur mit sg 93 bewertet.

2,3 Hochbrutflugenten blau-wildfarbig: zeigten eine ansprechende Rumpflänge und Bootsform, sowie gezogene Köpfe und Schnabellänge. Ein Erpel dürfte glatter im Spiegel und eine Ente klarer in der Hufeisenzeichnung sein. Hv 96 für Erik Ziegler.

4,2 Zwergenten grobgescheckt-wildfarbig: Körperrundung und Größe sowie Scheckung gefielen. Teilweise dürften die Tiere aber mehr Stirn zeigen und im Schnabel etwas kürzer sein. Die 0,2 könnten klarer in der Hufeisenzeichnung und der Schnabel waagerechter gesteckt sein. V 97 für Leonie Sticher.

 

Deutsche Junggeflügelschau Hannover mit angeschlossener VHGW-Schau

Alleinaussteller im Bereich Groß- und Wassergeflügel aus unserem LV war Stefan Ziegler.

Er zeigte bei den Hochbrutflugenten blau-wildfarbig mit weißem Latz 1 x v 97 VHGWM und 1x hv 96 E und wurde mit 382 Punkten Deutscher Meister.

 

Nationale Bundessiegerschau und Bundesjugendschau in Leipzig

Hier stellten Erik und Kira Ziegler in der Jugendabteilung aus. Hohe Noten gab es auf:

Steinbacher Kampfgänse blau          hv 96 JSB        Erik Ziegler

Hochbrutflugenten blau-wildfarbig      hv 96 LVE        Erik Ziegler

                                                     hv 96 LVEPL     Erik Ziegler

Hochbrutflugenten blau-dunkelwildf.  hv 96 E             Kira Ziegler

 

Erik Ziegler wurde mit Hochbrutflugenten blau-wildfarbig mit 381 Punkten Deutscher Jugendmeister.

Für das Zuchtjahr 2015 wünsche ich allen eine gute Nachzucht. Als besonderes Ereignis steht im November die Europaschau in Metz an. Für viele vielleicht die einmalige Gelegenheit an solch einem Großereignis selbst teilzunehmen, da Metz innerhalb kurzer Zeit vom Saarland aus zu erreichen ist.

 

Stefan Ziegler

Zuchtwart für Groß- und Wassergeflügel